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Blue Zones – Der Schlüssel zum ewigen Leben

Die beiden Wissenschaftler Gianni Pes und Michel Poulain waren zwar nie auf der Suche nach dem ewigen Leben, aber als sie 2004 ein Dorf auf Sardinien fanden, kamen sie der Unsterblichkeit jedoch schon sehr nah.

Die Entdeckung der „Blue Zones“

Die beiden untersuchten demografische und geografische Fakten in Gebieten, in denen die Einwohner deutlicher länger lebten als es die durchschnittliche Lebenserwartung in ihrer Umgebung möglich macht. Ihre Untersuchungen führten sie in ein kleines Dorf auf Sardinien in Italien. Es stellte sich heraus, dass in dem Dorf Ogliastra der Anteil der Männer, die mindestens 100 Jahre alt sind überdurchschnittlich hoch war und das machte die Wissenschaftler neugierig, wo es vielleicht noch weitere dieser Orte geben könnte. Einige dieser Orte konnten sie finden, die sie alle auf einer Weltkarte blau einzeichneten und deshalb als “Blue Zones” titulierten.

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Den Durchbruch mit diesen Forschungsergebnissen schaffte allerdings erst Dan Buettner, der sich der Frage widmete, was den Menschen in diesen “Blue Zones” eigentlich so ein langes Leben ermöglichte. Er untersuchte hierfür diese Hotspots und konnte mehrere Gemeinsamkeiten herausfinden, die eventuell der Schlüssel zu einem längeren Leben sein könnten.

Das Geheimnis der „Blue Zones“

Dan Buettner machte insgesamt fünf “Blue Zones” aus, die für ihn von besonderem Interesse waren. Es handelte sich dabei um folgende Orte:

  • Sardinien (Italien, insbesondere die Orte Ogliastra, Ollolai und Bargbagia)
  • Okinawa (Japan)
  • Loma Linda (Kalifornien, USA)
  • Nicoya Halbinsel (Costa Rica)
  • Icaria (Griechenland)

Jeder dieser Orte ermöglicht seinen Einwohnern nicht nur ein langes Leben, sondern gibt ihnen auch die Eigenschaft für ein gesundes Leben mit. Von 1996 bis 2016 lebten in Barbagia z.B. 20 Menschen, die älter als 100 Jahre waren, was bis heute noch Weltrekord ist. Auf Icaria gibt es wiederum den höchsten Anteil der Einwohner eines Ortes, der älter als 90 ist. Jeder Dritte wird dort mindestens so alt und gleichzeitig besitzen die Einwohner ein um 20 Prozent geringeres Risiko, an Krebs zu erkranken bzw. eine um 50 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, an einem Herzleiden zu erkranken. Demenzkrankheiten kommen in diesen Orten ebenfalls so gut wie nie vor.

Es gibt immer noch viele offene Fragen

Die Frage blieb also, warum die Einwohner dieser Orte so lange und gesund lebten und Dan Buettner konnte einige Gemeinsamkeiten entdecken. Kurz gesagt lebt man dann länger, wenn man sich gesund ernährt, viel Sport treibt und in einer liebevollen Gemeinschaft lebt. Aber was genau bedeuten viel Sport und eine gesunde Ernährung?

Die Einwohner der fünf “Blue Zones” machen es vor. In der Regel geht keiner der Menschen in diesen Orten in ein Fitnessstudio oder treibt regelmäßig Ausdauersport. Stattdessen haben die Menschen nur einen aktiven Lebensstil, was dazu führt, dass sie lieber das Fahrrad anstatt das Auto nutzen; die Treppen nach oben laufen anstatt in den Fahrstuhl zu steigen oder einfach viel Zeit mit Gartenarbeit verbringen.

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Die Ernährung unterscheidet sich ebenso von der in der westlichen Welt geprägten Ernährungsweise. Man isst in diesen Orten nur wenig Fleisch, viele Hülsenfrüchte und Nüsse und trinkt nur wenig Alkohol. Auf Sardinien isst man dazu noch häufig Ackerbohnen, denen man eine gesundheitsfördernde Wirkung zuspricht.

Ob das allerdings schon ausreicht, um die hohe Lebenserwartung zu erklären, konnte noch nicht eindeutig bestimmt werden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit besitzen die Einwohner der fünf “Blue Zones” auch eine genetische Disposition, die ihnen ein langes Leben ermöglicht aber hierfür wären noch weitere Forschungen notwendig.