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Der merkwürdige Fall von Ken Hechtman

Die Karriere, die Ken Hechtman als Reporter hingelegt hat, ist ziemlich skurril. Der Kanadier fiel schon an der Uni auf und wurde später weltbekannt. Lest hier, welch unfassbar verrückte Aktionen sein Leben durchziehen.

Ein steiniger Weg zum Reporter

Ken Hechtman kann auf ein bewegtes Leben zurückblicken. 1986 schrieb er sich als Frischling an der Columbia University in New York ein und gründete bereits ein Jahr später seine eigene Gang. Sie nannte sich AD HOC, was für „Allied Destructive Hackers of Columbia“ steht, und ihre Hauptbeschäftigung war Sabotage und ähnlicher Unsinn. Unter anderem legten sie die Stromversorgung von Gebäuden lahm und zerstörten auch die Infrastruktur der Universitätsverwaltung sowie diverser anderer Einrichtungen.


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Außerdem gruben sie Tunnel und stahlen, was sie in die Finger bekamen: wichtige Dokumente, Chemikalien, alles, was nicht niet- und nagelfest war. In seinem zweiten Jahr war er beim Tunnelbuddeln irgendwie an Uran gekommen, genauer gesagt an das Isotop 238 – das schwerste Nuklid, das in größeren Mengen in der Natur vorkommt. Das hortete Hechtman zusammen mit reinem Koffein sowie Chemikalien in seinem Schlafsaal und flog dafür natürlich prompt von der Uni. Also versuchte er es zunächst als Anarchist und Hausbesetzer in der Lower East Side.

Hechtman und die Area 51

Trotz seiner Eskapaden war Hechtman ständig von dem Zwang besessen, Missstände aufzudecken. Er brach in der Yucca Flat Test Site in Nevada und der Ethan Allen Firing Range in Vermont ein. Doch das reichte ihm nicht, also enterte er sogar die sagenumwobene Area 51 – eine geheime militärische Forschungseinrichtung in der Wüste Nevadas. Nachdem er dann noch an der Hinrichtung des Attentäters von Oklahoma, Timothy McVeigh, teilgenommen hatte, erfüllte sich Hechtmans Traum. Er wurde freier Reporter und durfte für verschiedene Magazine arbeiten.

Das hat ihn in seinem Tun offensichtlich noch bestärkt, denn kurz nach dem 11. September reiste er 2001 in Pakistan ein. Dort führte er Interviews mit bewaffneten Unterstützern der Taliban und schlich sich ein paar Wochen später weiter nach Afghanistan. Natürlich ohne Visum, das versteht sich von selbst. Doch dann wurde es auf einmal eng für den Kanadier.

Ken Hechtman wird Gefangener der Taliban

Kaum nämlich, dass Hechtman offiziell Reporter geworden war, griffen die USA die Taliban in Afghanistan an. Er wurde von den Terroristen für einen Spion gehalten, der den Amerikanern Details aus den Interviews verraten hatte. Doch zwei kanadischen Diplomaten gelang es, die Taliban davon zu überzeugen, dass Hechtman nur Reporter war, was viele seiner Kollegen aber bekanntermaßen nicht vor einer Exekution schützte.


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Trotzdem schien ihm die Lust auf das journalistische Dasein vermiest. Er wechselte in die Politik, wo er Wahlkampfmanager wurde und ging später nach Montreal an die Uni zurück, um Computerwissenschaften zu studieren. Inzwischen lebt Hechtman in Omaha, wo er sein Hobby, das Maurerhandwerk, zu seinem Beruf gemacht hat. Auch privates Glück ist ihm gegönnt, denn inzwischen ist er sogar verheiratet. Offenbar hatte er inzwischen genug Verrücktheiten in seinem Leben begangen.