Start Wissenschaft Technologie Ron Wayne: Der dritte und unbekannte Gründer von Apple

Ron Wayne: Der dritte und unbekannte Gründer von Apple

Wer an den Gründungsmythos von Apple denkt, hat sofort die Namen von Steve Jobs und Steve Wozniak im Hinterkopf, doch es gab einen dritten Mann: Ronald Gerald, genannt Ron Wayne. Nach einer Reihe von Fehlentscheidungen lebt der 84-Jährige heute in bescheidenen Verhältnissen in Nevada – in einem Trailerpark. Wie konnte es dazu kommen?

Wayne war unverzichtbar für den Apple I

Der erste PC der Welt, den sich die breite Masse leisten konnte, war nicht von Microsoft, IBM oder Hewlett Packard, sondern von Apple. Damit die Leute den Rechner auch bedienen konnten, brauchten sie ein Benutzerhandbuch. Ron Wayne hatte es 1976 geschrieben. Ron wer? Ronald Gerald Wayne, genannt Ron. Der ebenso legendäre wie unbekannte dritte Mann neben Steve Jobs und Steve Wozniak wurde am 1. April 1976 Apple-Mitbegründer. An diesem Tag erschien auch der Apple I.


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Jedem wertvollen Unternehmen wohnt so ein Gründungsmythos inne. Der von Apple hat jedoch eine besondere Note. Ohne Wayne hätte das Unternehmen vielleicht nie reüssiert, doch weder ein Stück des Ruhms noch ein Stück des Geldes hatte das Schicksal für den Mann aus Cleveland, Ohio, in der Planung. Am 12. April 1976, elf Tage nach Firmengründung, verkaufte Wayne seine Apple-Anteile zurück an Jobs und Wozniak – für schlappe 800 Dollar.

Ron Waynes Einfluss auf Apple

Ron Wayne during a visit on Macworld 2019.
Ron Wayne bei einem Besuch auf Macworld 2019. Quelle: Wikipedia/Kottke Wayne

Jobs, Wozniak und Wayne kannten sich vor der Erschaffung von Apple ziemlich gut. Sie waren Kollegen bei der damals prosperierenden Computerspiel-Firma Atari. Doch sie fühlten sich zu Höherem berufen. In Jobs‘ Garage legten sie den Grundstein für Apple, doch Wayne fühlte sich überfordert und ging von Bord. „Wäre ich gern reich? Jeder wäre gern reich, aber ich konnte das Tempo nicht mitgehen. Ich wäre reich, aber ich wäre der reichste Mann auf dem Friedhof.“ Diese Worte äußerte Ron Wayne einmal nach seinem Ausstieg.


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Jobs wollte ihn unbedingt zurück zu Apple holen, Wayne jedoch wollte nicht. Bis 1978 blieb er bei Atari, gründete ein Philateliegeschäft, arbeitete für das Lawrence Livermore National Laboratory und später für einen Elektronikshop. 1977 hatte er von Wozniak und Jobs noch einmal 1.500 Dollar erhalten, um eventuelle Rechtsansprüche gegen Apple zu unterlassen. Und der Konzern mit dem angebissenen Apfel wurde endgültig ohne Ron Wayne zu einer Weltmarke.

Wie Wayne mehrere Milliarden durch die Lappen gingen

Sicher, die Gründe, die Wayne für seinen Ausstieg bei Apple anführte, sind mehr als gewichtig. Lieber arm und lebendig als reich und tot. Dennoch dürfen wir annehmen, dass er heute manchmal ein wenig schwermütig wird, wenn er über verpasste finanzielle Chancen sinniert. Wir reden hier übrigens nicht über ein paar tausend Dollar und auch nicht über ein paar Millionen. Wir reden über Milliarden.


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Nur sechs Jahre, nachdem Wayne seine Apple-Anteile für 800 Mäuse verkaufte, wären sie 1,5 Milliarden Dollar wert gewesen. 2011, als Steve Jobs starb, wären es 30 Milliarden gewesen. Das ist unfassbar, war für Wayne aber nicht mehr zu ändern. Ärgern dürfte er sich aber über einen zweiten Deal, den er 1994 in den Wüstensand von Nevada setzte. Auch wenn es um deutlich weniger Geld ging.

Ron Waynes zweiter schlechter Deal

Es war 1994, da muss Ron Wayne eingefallen sein, dass er noch Ausfertigungen der Apple-Gründungsverträge von 1976 besaß. Vielleicht brauchte er gerade Geld, jedenfalls verhökerte er die Papiere für ein paar tausend Dollar. Den Zuschlag erhielt Wade Saabi, Besitzer einer Personalberatung, die auf IT-Berufe spezialisiert war. So weit, so gut. 2011 allerdings ließ Saabi die Dokumente von Sotheby’s versteigern – und erzielte damit 1,6 Millionen Dollar. Ein letzter Nackenschlag für Ron Wayne. Es bleibt zu hoffen, dass es ihm heute wenigstens gesundheitlich gut geht.

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Rick
Ich bin Anfang 2020 zu Only Fun Facts gekommen. Meine Leidenschaft ist es, einen genaueren Blick auf unsere unglaublichen Fakten zu werfen. Wenn ich einen verblüffenden Fakt lese, ist es nicht unüblich, dass ich eine umwerfende Hintergrundgeschichte dahinter entdecke. Das teile ich gerne mit Euch, und ich hoffe, dass Dir unsere Geschichten gefallen.

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